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Ratgeber

Mesh oder Bluetooth-Intercom: der Unterschied

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Wer ein Kommunikationssystem für den Motorradhelm sucht, stößt auf zwei Begriffe: Bluetooth-Intercom und Mesh-Intercom. Beide ermöglichen Gespräche zwischen Fahrern, funktionieren aber grundlegend verschieden. Diese Seite erklärt die beiden Verfahren, ihre Vor- und Nachteile, was Herstellerangaben zu Reichweite und Gruppengröße bedeuten und worauf Sie achten müssen, wenn Ihre Mitfahrer Geräte anderer Marken nutzen. Zum Telefonieren mit dem Smartphone nutzen beide Varianten weiterhin Bluetooth.

Bluetooth-Intercom: die Kette

Beim Bluetooth-Intercom koppeln Sie Ihr Headset direkt mit dem Headset eines anderen Fahrers. Für eine Gruppe entsteht eine Kette: Fahrer A ist mit B verbunden, B mit C, C mit D. Jedes Gerät muss dafür mehrere Verbindungen gleichzeitig halten. Die Zahl der Teilnehmer ist dadurch begrenzt.

Fällt ein Fahrer in der Mitte zurück oder schaltet sein Gerät aus, reißt die Kette. Die Fahrer dahinter sind dann vom Rest getrennt, bis die Verbindung neu aufgebaut wird. Zu zweit, etwa Fahrer und Sozius, ist Bluetooth-Intercom dagegen einfach und zuverlässig.

Mesh-Intercom: das Netz

Bei Mesh verbinden sich alle Geräte einer Gruppe in einem Netz. Jedes Gerät kann Signale weitergeben, es gibt keine feste Reihenfolge. Fällt ein Fahrer zurück, bleibt der Rest verbunden. Kommt er wieder in Reichweite, verbindet er sich automatisch neu.

Mesh-Systeme erlauben meist größere Gruppen. Das Listing des Cardo Packtalk Edge nennt bis zu 15 Fahrer, das Sena 60S nennt Mesh 3.0 mit einer Reichweite, die mit der Zahl der Nutzer wächst. Hersteller bezeichnen ihre Mesh-Verfahren unterschiedlich, etwa Sena Mesh oder Cardo DMC.

Die Unterschiede im Überblick

Reichweite: was die Angaben bedeuten

Hersteller geben Reichweiten unter idealen Bedingungen an, also mit freier Sicht und ohne Hindernisse. In Kurven, zwischen Häusern, im Wald oder hinter Hügeln sinkt die Reichweite deutlich. Bei Mesh kann die Reichweite steigen, wenn mehrere Fahrer zwischen den äußersten Teilnehmern verteilt sind, weil die Geräte Signale weiterreichen.

Nehmen Sie Reichweitenangaben als Vergleichswert, nicht als Zusage für jede Strecke. Fahren Sie in der Gruppe so, dass die Abstände nicht zu groß werden.

Marken mischen: was funktioniert

Mesh-Verfahren verschiedener Hersteller sind in der Regel nicht direkt miteinander kompatibel. Ein Sena-Gerät spricht im Mesh nicht mit einem Cardo-Gerät. Viele Geräte bieten aber ein sogenanntes Universal-Intercom über Bluetooth, mit dem sich einzelne Geräte anderer Marken verbinden lassen. Die Bedienung ist dann etwas umständlicher.

Fährt Ihre Gruppe überwiegend mit einer Marke, lohnt es, bei dieser Marke zu bleiben. Den Vergleich der beiden großen Anbieter gibt Sena vs Cardo. Einzelne Modelle vergleichen Sena 50S vs 60S und Cardo Packtalk Edge vs Pro.

Was für wen sinnvoll ist

Eine Übersicht über Geräte gibt Motorrad-Kommunikationssysteme. Helme mit integriertem System stellt Motorradhelme mit integriertem Bluetooth vor.

  • Allein unterwegs, nur Telefon und Navi: ein einfaches Bluetooth-Headset reicht
  • Mit Sozius: Bluetooth-Intercom ist ausreichend
  • Regelmäßig in Gruppen von drei oder mehr: Mesh
  • Wechselnde Gruppen mit verschiedenen Marken: Gerät mit Mesh und Universal-Intercom

Neue Wege: Intercom über das Mobilfunknetz

Einige Hersteller ergänzen Mesh und Bluetooth um ein Intercom über das Mobilfunknetz. Beim Sena 60S heißt das laut Listing WAVE. Die Gespräche laufen dann über eine App auf dem Smartphone und sind nicht an die Funkreichweite gebunden. Dafür sind mobile Daten und eine stabile Netzabdeckung nötig.

Für Gruppen, die sich auf langen Strecken weit auseinanderziehen, kann das eine Ergänzung sein. In Gegenden ohne Mobilfunk funktioniert es nicht.

Einbau und Klang

Egal ob Mesh oder Bluetooth: Wie gut Sie Ihre Mitfahrer verstehen, hängt stark vom Einbau ab. Lautsprecher müssen direkt vor den Ohren sitzen, das Mikrofon dicht vor dem Mund. Ein leiser Helm hilft zusätzlich.

Eine Anleitung gibt Kommunikationssystem in den Helm einbauen. Wie Sie unterwegs telefonieren, beschreibt Mit dem Motorradhelm telefonieren.

Hinweis:Gespräche in der Gruppe können ablenken. Halten Sie die Lautstärke so, dass Sie Verkehrsgeräusche hören, und bedienen Sie das Gerät per Sprachsteuerung oder im Stand.

Häufige Fragen

Brauche ich für Mesh eine App? Viele Geräte lassen sich auch ohne App in einer offenen Mesh-Gruppe nutzen. Für private Gruppen und Einstellungen ist die App meist bequemer.

Verbraucht Mesh mehr Akku? Das hängt vom Gerät ab. Die Laufzeitangaben der Hersteller nennen oft getrennte Werte für Mesh und Bluetooth.

Kann ich Mesh und Bluetooth gleichzeitig nutzen? Viele Geräte erlauben es, in einer Mesh-Gruppe zu sein und zugleich über Bluetooth zu telefonieren oder Navi-Ansagen zu hören.

Sind ältere Geräte mit neuen kompatibel? Innerhalb einer Marke oft ja, teils mit Einschränkungen. Prüfen Sie die Kompatibilitätslisten der Hersteller und halten Sie die Firmware aktuell.

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