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Ratgeber

Visiere: klar, getönt, verspiegelt und was erlaubt ist

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Ein dunkles oder verspiegeltes Visier sieht gut aus und schützt bei tief stehender Sonne. Doch nicht jedes Visier ist für jede Situation geeignet, und die Kennzeichnung sagt Ihnen, wofür es gedacht ist. Diese Seite erklärt die Visierarten, die Bedeutung der Kennzeichnung, was bei Dunkelheit gilt und welche Alternativen es gibt: Sonnenblende, photochrome Visiere und Lösungen für Brillenträger, die ein Visier mit Sehstärke suchen. Rechtliche Details sollten Sie zusätzlich bei den offiziellen Stellen Ihres Landes prüfen.

Die Visierarten im Überblick

Visiere unterscheiden sich vor allem in ihrer Lichtdurchlässigkeit. Je dunkler die Tönung, desto weniger Licht kommt an Ihren Augen an. Das ist bei grellem Sonnenlicht angenehm, bei Dämmerung und Dunkelheit aber gefährlich, weil Sie Hindernisse, Fußgänger und Fahrbahnschäden schlechter erkennen.

Was die Kennzeichnung bedeutet

Auch Visiere werden nach ECE 22 genehmigt. Die Kennzeichnung ist meist am Rand des Visiers eingeprägt und enthält ein E-Zeichen. Getönte Visiere, die für die Nacht nicht geeignet sind, tragen zusätzlich einen Hinweis, dass sie nur für die Fahrt bei Tageslicht bestimmt sind, häufig als englischer Text oder als Symbol. Mit ECE 22.06 wurden auch die Anforderungen an Visiere und Sonnenblenden erweitert, mehr dazu in ECE 22.06 erklärt.

Achten Sie beim Kauf eines Ersatzvisiers darauf, dass es für Ihr Helmmodell vorgesehen und ECE-gekennzeichnet ist. Visiere von Drittanbietern ohne Kennzeichnung oder nachträglich foliert sind problematisch, weil die Lichtdurchlässigkeit und optische Qualität nicht nachgewiesen sind. Wie Sie das Visier tauschen, zeigt Motorradhelm-Visier wechseln.

Hinweis:Fahren Sie bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel und in Tunneln nicht mit dunkel getöntem Visier. Für die genauen rechtlichen Regeln in Deutschland, Österreich und der Schweiz informieren Sie sich bei den zuständigen Stellen.

Sonnenblende: die flexible Alternative

Viele Integral-, Klapp- und auch Jethelme haben eine integrierte Sonnenblende. Sie liegt hinter dem klaren Visier und wird bei Bedarf per Schieber heruntergefahren. So fahren Sie tagsüber mit Sonnenschutz und schalten in Tunneln oder bei Dämmerung in Sekunden auf klare Sicht um. Das ist für die meisten Fahrer die praktischste Lösung.

Laut Listing bieten zum Beispiel der HJC RPHA 71 eine in drei Stufen einstellbare, dunkel getönte Sonnenblende und der Shark Ridill 2 eine Sonnenblende mit UV380-Angabe. Eine Auswahl finden Sie im Ratgeber Integralhelme mit Sonnenblende. Klemmt die Blende einmal, hilft Sonnenblende im Helm klemmt.

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Photochrome Visiere

Photochrome oder selbsttönende Visiere dunkeln unter UV-Licht ab und werden ohne UV-Licht wieder heller. Sie bieten damit einen fließenden Übergang, ohne dass Sie etwas bedienen müssen. Einige Helmhersteller bieten solche Visiere als Zubehör für bestimmte Modelle an.

Bedenken Sie zwei Eigenschaften: Das Aufhellen dauert eine gewisse Zeit, sodass das Visier bei der Einfahrt in einen Tunnel nicht sofort klar ist. Und hinter einer Windschutzscheibe oder bei Kälte kann sich das Verhalten ändern. Wie schnell und wie stark ein Visier tönt, beschreibt der jeweilige Hersteller.

Visier mit Sehstärke und Lösungen für Brillenträger

Ein Visier mit eingeschliffener Sehstärke gibt es für Motorradhelme in der Regel nicht. Für Brillenträger kommen andere Lösungen infrage: eine Brille unter dem Helm, Kontaktlinsen oder bei manchen Modellen optische Einsätze, die hinter dem Visier montiert werden. Ob es solche Einsätze für Ihren Helm gibt, erfahren Sie beim Hersteller oder Optiker.

Wenn Sie mit Brille fahren, achten Sie auf Helme mit Aussparungen für die Brillenbügel und auf ein Pinlock gegen Beschlag. Passende Modelle stellt der Ratgeber Motorradhelme für Brillenträger vor. Tipps gegen Beschlag liefert Motorradhelm-Visier beschlägt.

  • Brille mit schmalen, flachen Bügeln wählen
  • Helm mit Brillenaussparung bevorzugen
  • Pinlock-Innenvisier gegen Beschlag nutzen
  • Sonnenbrille unter dem Helm nur, wenn Sie bei Bedarf schnell wechseln können

Visier richtig pflegen

Verspiegelte und getönte Visiere haben oft Beschichtungen, die empfindlich auf Lösungsmittel und raue Tücher reagieren. Reinigen Sie sie mit lauwarmem Wasser, einem milden Mittel und einem weichen Mikrofasertuch. Weichen Sie Insektenreste vorher ein, statt sie trocken abzureiben. Die genauen Pflegehinweise stehen in der Anleitung des Herstellers.

Kratzer im Sichtfeld streuen Licht, vor allem nachts bei Gegenverkehr. Ein stark verkratztes Visier sollten Sie ersetzen. Schritt für Schritt erklärt die Reinigung Motorradhelm-Visier reinigen.

Häufige Fragen

Darf ich mit verspiegeltem Visier fahren? Bei Tageslicht ja, wenn das Visier ECE-gekennzeichnet und für Ihren Helm vorgesehen ist. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht ist ein dunkles oder stark verspiegeltes Visier ungeeignet.

Was mache ich, wenn ich in die Dämmerung gerate? Halten Sie an einer sicheren Stelle und wechseln Sie auf ein klares Visier, oder fahren Sie mit Sonnenblende hoch. Ein klares Ersatzvisier im Gepäck ist auf Touren sinnvoll.

Kann ich ein Visier selbst tönen oder folieren? Davon ist abzuraten. Die Lichtdurchlässigkeit und optische Qualität sind dann nicht mehr nachgewiesen.

Ist eine Sonnenblende besser als ein getöntes Visier? Für wechselnde Bedingungen meist ja, weil Sie sofort umschalten können. Ein getöntes Visier bietet dagegen oft eine größere getönte Fläche.

Was Sie dafür brauchen