Ratgeber
Wie lange hält ein Motorradhelm?
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Kurz gesagt
Viele Hersteller empfehlen, einen Motorradhelm nach etwa fünf Jahren Nutzung zu ersetzen; einige nennen zusätzlich eine Obergrenze ab Herstelldatum, häufig um sieben Jahre. Maßgeblich ist die Angabe in Ihrer Bedienungsanleitung. Unabhängig vom Alter gehört ein Helm nach einem Sturz oder Aufprall ersetzt, ebenso bei sichtbaren Schäden, losem Innenleben oder wenn er nicht mehr fest sitzt.
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Ein Motorradhelm sieht nach Jahren oft noch gut aus. Ob er noch so funktioniert wie am ersten Tag, verrät die Optik aber nicht. Diese Seite erklärt, was Hersteller zur Nutzungsdauer empfehlen, welche Teile altern und warum, wo Sie das Herstelldatum finden und an welchen Zeichen Sie erkennen, dass ein Ersatz fällig ist. Sie richtet sich an alle, die einen älteren Helm besitzen, einen gebrauchten Helm kaufen möchten oder wissen wollen, wie sie ihren Helm möglichst lange in gutem Zustand halten.
Was die Hersteller empfehlen
Eine gesetzliche Ablauffrist für Motorradhelme gibt es in Deutschland nicht. Die Hersteller nennen jedoch Richtwerte in ihren Anleitungen. Weit verbreitet ist die Empfehlung, einen Helm nach etwa fünf Jahren regelmäßiger Nutzung zu ersetzen. Manche Hersteller geben zusätzlich eine Frist ab Herstelldatum an, die häufig bei rund sieben Jahren liegt, weil Helme vor dem Verkauf schon eine Zeit im Lager verbringen können.
Diese Werte sind Richtwerte, keine harte Grenze. Ein Helm, der jeden Tag bei Sonne, Regen und Schweiß getragen wird, altert schneller als einer, der zweimal im Jahr bei Ausflügen genutzt wird. Halten Sie sich an die Angaben Ihres Herstellers; sie stehen in der Bedienungsanleitung oder auf der Herstellerseite.
Hinweis:Ein Sturz oder Aufprall verkürzt die Nutzungsdauer sofort: Danach sollte der Helm unabhängig vom Alter ersetzt werden. Details dazu in Motorradhelm nach Sturz oder Fall.
Welche Teile altern
Ein Helm besteht aus mehreren Schichten mit unterschiedlicher Aufgabe. Die Außenschale verteilt die Kräfte eines Aufpralls, die EPS-Innenschale aus expandiertem Polystyrol nimmt Energie auf, indem sie sich verformt. Darüber liegen Komfortpolster, die für Sitz und Halt sorgen. Dazu kommen Kinnriemen, Visier, Dichtungen und Mechanik.
Kunststoffe, Klebstoffe und Schaumstoffe verändern sich mit der Zeit durch UV-Licht, Wärme, Feuchtigkeit, Schweiß und Pflegemittel. Die Polster werden weicher und dünner, sodass der Helm lockerer sitzt. Ein lockerer Helm kann sich bei einem Aufprall verschieben. Gerade dieser schleichende Verlust an Passform ist ein wichtiger Grund für den regelmäßigen Austausch.
| Bauteil | Was passiert | Woran Sie es merken |
|---|---|---|
| Komfort- und Wangenpolster | Schaum setzt sich, Stoff verschleißt | Helm sitzt lockerer, dreht sich auf dem Kopf |
| EPS-Innenschale | Material altert, Dellen durch Stöße | oft nicht sichtbar |
| Außenschale und Lack | UV und Witterung | Ausbleichen, feine Risse |
| Kinnriemen und Verschluss | Abrieb, Verschleiß | ausgefranster Riemen, Verschluss hakt |
| Visier und Dichtungen | Kratzer, Verhärtung | schlechte Sicht, Pfeifen, Undichtigkeit |
Wo das Herstelldatum steht
Das Herstelldatum ist bei vielen Helmen auf einem Aufkleber innen am Helm angebracht, oft unter dem Komfortpolster oder auf der EPS-Schale. Bei manchen Herstellern ist es auch auf dem Etikett am Kinnriemen oder in der Seriennummer codiert. Wo genau es sitzt, unterscheidet sich zwischen den Marken.
Wenn Sie das Datum nicht finden, nehmen Sie das Komfortpolster heraus, sofern das ohne Werkzeug vorgesehen ist, und schauen Sie auf die Innenschale. Im Zweifel hilft der Kundendienst des Herstellers mit der Seriennummer weiter. Wie Sie das Etikett am Kinnriemen lesen, erklärt ECE-Etikett am Helm lesen.
- 1
Etikett am Kinnriemen ansehen.
- 2
Komfortpolster herausnehmen, wenn die Anleitung das vorsieht.
- 3
Aufkleber auf der EPS-Schale oder der Innenseite der Außenschale suchen.
- 4
Datum notieren und mit der Herstellerempfehlung vergleichen.
- 5
Bei Unklarheit Seriennummer an den Hersteller schicken.
Anzeichen für einen Austausch
Unabhängig vom Alter gibt es klare Signale, dass ein Helm ersetzt werden sollte. Dazu zählen jeder Sturz mit dem Helm auf dem Kopf, ein Fall des Helms auf harten Boden aus nennenswerter Höhe, Risse oder Dellen in der Schale, sichtbare Eindrücke in der EPS-Schale, ein beschädigter Kinnriemen und ein Helm, der trotz geschlossenem Riemen nach vorn rollt oder sich leicht drehen lässt.
Gebrauchte Helme sind deshalb eine heikle Sache. Sie wissen nicht, ob der Helm schon einmal heruntergefallen ist, und Schäden an der EPS-Schale sind oft nicht sichtbar. Wenn Sie ohnehin ersetzen, finden Sie aktuelle Modelle nach ECE 22.06 zum Beispiel in den Ratgebern Die besten Integralhelme und Die besten Klapphelme.
- Sturz oder Aufprall mit Helm auf dem Kopf
- Fall auf harten Boden
- Risse, Dellen oder gelöste Teile an der Schale
- Eindrücke in der EPS-Schale
- ausgefranster Kinnriemen oder hakender Verschluss
- Helm sitzt deutlich lockerer als früher
So hält Ihr Helm länger
Lagern Sie den Helm trocken, schattig und bei normaler Raumtemperatur, am besten im mitgelieferten Helmbeutel. Hängen Sie ihn nicht an den Spiegel oder Lenker: Dort kann er herunterfallen, und der Spiegel kann die Innenschale eindrücken. Vermeiden Sie Lösungsmittel, Benzin, Aufkleber mit aggressivem Kleber und Lackierungen, sofern der Hersteller sie nicht ausdrücklich freigibt.
Waschen Sie das herausnehmbare Innenfutter nach Herstellerangabe und lassen Sie es an der Luft trocknen, nicht auf der Heizung. Wie Sie dabei vorgehen, beschreibt Motorradhelm reinigen. Und wenn der Helm am Ende seiner Nutzungsdauer ist, hilft Motorradhelm entsorgen bei der Frage, wohin damit.
Häufige Fragen
Ist ein unbenutzter Helm nach zehn Jahren noch gut? Auch ungenutzt altern Kunststoffe und Klebstoffe. Viele Hersteller nennen deshalb eine Obergrenze ab Herstelldatum. Ein so alter Helm ist zudem nach einer älteren Normfassung genehmigt.
Kann ich nur die Polster tauschen und den Helm weiter nutzen? Neue Polster verbessern Sitz und Hygiene. Sie ändern aber nichts am Alter von Schale und EPS. Die Herstellerempfehlung zur Gesamtnutzungsdauer bleibt maßgeblich.
Muss ich einen 22.05-Helm wegen der neuen Norm ersetzen? In Deutschland nicht wegen der Normversion. Bei einem älteren 22.05-Helm ist aber oft ohnehin die empfohlene Nutzungsdauer erreicht.
Gibt es eine Kontrolle beim Fachhändler? Viele Händler sehen sich einen Helm an und prüfen Sitz und Zustand. Schäden in der EPS-Schale lassen sich von außen aber nicht sicher erkennen.
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