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Ratgeber

ECE-Etikett am Helm lesen: E-Nummer, 06 und P/J

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Auf dem kleinen Stoffetikett am Kinnriemen steht, ob und nach welcher Norm Ihr Helm zugelassen ist. Die Zeichenfolge wirkt kryptisch, ist aber schnell gelesen, wenn Sie den Aufbau kennen. Diese Seite erklärt jedes Element: das E-Zeichen mit Ländernummer, die Genehmigungsnummer mit der Normserie, die Buchstaben P, J, P/J und NP und die Seriennummer. Sie hilft beim Helmkauf, beim Gebrauchtkauf und wenn Sie wissen möchten, ob Ihr vorhandener Helm nach ECE 22.05 oder 22.06 genehmigt ist.

Wo das Etikett sitzt

Bei den meisten Helmen ist das ECE-Etikett auf den Kinnriemen genäht, oft unter einer kleinen Stoffhülle oder am Riemenende. Bei manchen Modellen sitzt es zusätzlich oder stattdessen innen unter dem Komfortpolster. Fehlt das Etikett ganz, lässt sich die Zulassung am Helm nicht nachweisen. Das ist vor allem beim Gebrauchtkauf ein Warnsignal.

Das Etikett darf nicht entfernt werden. Ist es durch Waschen oder Abnutzung unleserlich, finden Sie die Angaben häufig auch in der Bedienungsanleitung oder auf Anfrage beim Hersteller.

Nicht nur der Helm, auch das Visier trägt eine eigene Kennzeichnung. Sie ist meist klein am Rand des Visiers eingeprägt und enthält ebenfalls ein E-Zeichen. Getönte Visiere tragen zusätzlich oft einen Hinweis, dass sie nur für die Fahrt bei Tageslicht bestimmt sind. Mehr dazu lesen Sie unter Visiere: klar, getönt, verspiegelt. Beim Visierwechsel sollten Sie deshalb immer ein Visier wählen, das der Hersteller für Ihr Helmmodell vorsieht.

Das E-Zeichen: Land der Genehmigung

Das E im Kreis mit einer Zahl nennt das Land, dessen Behörde die Typgenehmigung erteilt hat. Es ist nicht das Land, in dem der Helm gefertigt wurde. Ein Helm aus asiatischer Produktion kann also durchaus E1 tragen, wenn die Genehmigung in Deutschland erteilt wurde. Die Ländernummer sagt nichts über die Qualität aus: Alle Genehmigungsbehörden wenden dieselbe Regelung an.

Hier die häufigsten Ländernummern auf Motorradhelmen. Die vollständige Liste führt die UNECE.

Genehmigungsnummer und Normserie

Hinter dem E-Zeichen steht die Genehmigungsnummer. Ihre ersten beiden Ziffern geben die Änderungsserie der Regelung an. 06 steht für ECE 22.06, 05 für ECE 22.05. Teilweise wird die Nummer auch mit vorangestellter 22 geschrieben, also etwa 2206 gefolgt von weiteren Ziffern. Die übrigen Ziffern bilden die eigentliche Genehmigungsnummer des Helmtyps.

Getrennt davon steht eine Seriennummer oder Produktionsnummer. Sie identifiziert den einzelnen Helm und hilft dem Hersteller etwa bei Rückfragen oder Rückrufen. Bei manchen Modellen ist auch das Produktionsdatum codiert oder separat angegeben. Wo Sie das Herstelldatum finden, beschreibt Wie lange hält ein Motorradhelm?.

Hinweis:Ein Beispiel: E1 22061234 P/J bedeutet Genehmigung in Deutschland, Normserie 06, Genehmigungsnummer 1234, Klapphelm zugelassen für die Fahrt geschlossen und offen.

P, J, P/J und NP

Die Buchstaben am Ende beschreiben das Kinnteil. Sie sind besonders bei Klapphelmen wichtig, weil sie festlegen, ob Sie mit offenem Kinnteil fahren dürfen. Ausführlich erklärt das Klapphelm offen fahren: was P/J bedeutet.

Etikett schnell entschlüsseln

Wenn Sie nur wissen möchten, was auf Ihrem Etikett steht, tippen Sie die Angaben in unseren ECE-Etikett-Decoder ein. Er zeigt das Genehmigungsland, die Normserie, die Genehmigungsnummer und die Bedeutung der Kinnteil-Kennzeichnung.

Beim Kauf gilt: Achten Sie darauf, dass das Listing die Zulassung nach ECE 22.06 ausdrücklich nennt, und kontrollieren Sie das Etikett nach der Lieferung. Modelle mit aktueller Kennzeichnung finden Sie zum Beispiel in den Ratgebern Die besten Integralhelme und Die besten Klapphelme. Was hinter der Norm steckt, erklärt ECE 22.06 erklärt.

  1. 1

    Etikett am Kinnriemen oder unter dem Polster suchen.

  2. 2

    E-Nummer ablesen: Land der Genehmigung.

  3. 3

    Erste Ziffern der Genehmigungsnummer prüfen: 06 oder 05.

  4. 4

    Kürzel am Ende prüfen: P, J, P/J oder NP.

  5. 5

    Bei Zweifeln die Angaben im Decoder eingeben oder beim Hersteller nachfragen.

Zum ECE-Etikett-Decoder →

Häufige Fragen

Ist ein Helm mit E1 besser als einer mit E6? Nein. Die Zahl nennt nur das Land der Genehmigungsbehörde. Alle wenden dieselbe Regelung an.

Mein Etikett zeigt 05. Ist der Helm noch erlaubt? In Deutschland dürfen Sie einen intakten Helm nach ECE 22.05 weiter tragen. Prüfen Sie aber Alter und Zustand. Für Österreich und die Schweiz lohnt ein Blick in die dortigen Vorschriften.

Was bedeutet DOT oder Snell auf manchen Helmen? Das sind Normen aus den USA. Sie ersetzen in Europa nicht die ECE-Genehmigung. Für die Nutzung hier zählt das ECE-Etikett.

Gibt es gefälschte Etiketten? Fälschungen kommen vor, vor allem bei Billigware und Deko-Helmen. Kaufen Sie bei seriösen Händlern und prüfen Sie, ob Etikett und Herstellerangaben zusammenpassen.

Was Sie dafür brauchen

Quellen