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Ratgeber

Belüftung am Motorradhelm: was gute Lüftung ausmacht

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Im Sommer staut sich unter dem Helm schnell Wärme, im Winter beschlägt das Visier. Beides hat mit der Belüftung zu tun. Hersteller werben mit vielen Lufteinlässen und ausgeklügelten Systemen, doch wie funktioniert die Lüftung eigentlich, und woran erkennen Sie einen gut belüfteten Helm? Diese Seite erklärt den Aufbau, die Rolle der einzelnen Öffnungen, typische Unterschiede zwischen Bauformen und was Sie bei der Auswahl beachten können.

So funktioniert die Helmlüftung

Ein Helm wird von vorn angeströmt. An der Stirn und am Kinn sitzen Einlässe, durch die Luft in den Helm gelangt. In der Innenschale aus EPS verlaufen Kanäle, die die Luft über den Kopf leiten. Hinten am Helm entsteht durch die Form der Schale oder einen Spoiler ein Unterdruck, der die warme Luft durch die Auslässe absaugt.

Erst dieses Zusammenspiel erzeugt einen spürbaren Luftstrom. Ein Einlass ohne passenden Kanal und Auslass bringt wenig. Deshalb ist die Zahl der Öffnungen kein verlässliches Maß für die Belüftung.

Die Öffnungen und ihre Aufgaben

Beispiele aus Listings

Wie Hersteller ihre Lüftung beschreiben, zeigen einige Listings: Der HJC RPHA 71 nennt 4 Einlässe und 4 Auslässe, der Klapphelm RPHA 91 5 Einlässe und 7 Auslässe. Der Schuberth C5 nennt einen Doppel-Kinnlufteinlass mit austauschbarem Filter und einen Heckspoiler mit Luftauslass. Der AGV K6 S nennt 5 Belüftungen vorn, einen großen Auslass hinten und einstellbare Schlitze.

Diese Angaben helfen bei der Einordnung, sind aber nicht direkt vergleichbar. Ob die Luft am Kopf ankommt, hängt von den Kanälen ab. Den Vergleich zweier HJC-Modelle gibt HJC RPHA 71 vs RPHA 91.

Bauformen im Vergleich

Ein Jethelm ist am luftigsten, weil das Gesicht offen ist. Ein Integralhelm ist geschlossen und auf ein gutes Lüftungssystem angewiesen. Sportliche Integralhelme sind oft auf hohes Tempo und eine gebückte Haltung ausgelegt, bei aufrechter Sitzposition und niedrigem Tempo strömt dann weniger Luft. Ein Klapphelm hat zusätzliche Dichtungen am Kinnteil und daher oft mehr Öffnungen, um das auszugleichen.

Adventure-Helme haben oft große Kinnlüftungen und einen Schirm, der bei manchen Modellen Luft lenkt. Für langsames Fahren im Gelände ist das hilfreich. Mehr in Adventure-Helme mit Schirm und Visier.

Lüftung und Lautstärke

Mehr Luft bedeutet oft auch mehr Geräusch. Offene Einlässe und Schieber erzeugen Windgeräusche, besonders bei hohem Tempo. Viele Fahrer öffnen die Lüftung deshalb nur in der Stadt oder bei Hitze und schließen sie auf der Autobahn.

Wer einen leisen Helm sucht, muss einen Kompromiss mit der Belüftung eingehen. Tipps gibt Windgeräusche am Motorradhelm reduzieren. Modelle mit Fokus auf Ruhe sammelt Leise Motorradhelme für lange Touren.

Belüftung gegen Beschlag

Die Kinnlüftung lenkt Frischluft auf die Innenseite des Visiers. Zusammen mit einem Atemabweiser verhindert sie, dass die feuchte Atemluft am Visier kondensiert. Bei Kälte reicht das allein oft nicht. Eine Pinlock-Scheibe ist dann die zuverlässigere Lösung.

Wie Sie Beschlag in den Griff bekommen, zeigt Motorradhelm-Visier beschlägt. Eine Anleitung zum Einsetzen der Scheibe gibt Pinlock-Scheibe einsetzen.

Hinweis:Ein beschlagenes Visier schränkt die Sicht stark ein. Öffnen Sie bei Beschlag das Visier einen Spalt oder halten Sie an, statt blind weiterzufahren.

Worauf Sie beim Kauf achten

Einen Überblick über Helme mit unterschiedlichen Lüftungskonzepten geben Die besten Integralhelme und Die besten Klapphelme.

  • Schieber lassen sich mit Handschuh ertasten und bedienen
  • Kinnlüftung vorhanden und verschließbar
  • Auslässe hinten am Helm oder Spoiler mit Absaugung
  • Innenfutter aus Funktionsstoff, herausnehmbar und waschbar
  • Atemabweiser im Lieferumfang oder als Zubehör
  • Pinlock-Vorbereitung für kalte Tage

Pflege der Lüftung

Lüftungsschieber sammeln Staub und Insekten. Reinigen Sie sie regelmäßig mit warmem Wasser und einem weichen Pinsel. Bei Helmen mit austauschbarem Filter in der Kinnlüftung lohnt ein Blick in die Anleitung, wann der Filter getauscht werden sollte.

Ein verschwitztes Innenfutter lüftet schlechter und riecht. Waschen Sie es regelmäßig, siehe Motorradhelm reinigen.

Häufige Fragen

Welcher Helm hat die beste Belüftung? Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil Motorrad, Windschild und Sitzposition stark mitspielen. Jethelme sind am luftigsten, bei geschlossenen Helmen zählt das Zusammenspiel von Einlässen, Kanälen und Auslässen.

Warum spüre ich trotz offener Lüftung nichts? Hinter einer großen Scheibe kommt oft kaum Fahrtwind am Helm an. Auch dicke Unterziehhauben bremsen den Luftstrom.

Kann ich die Lüftung nachrüsten? Nein. Bohren Sie nie Löcher in die Schale.

Hilft eine Sturmhaube im Sommer? Eine dünne Haube aus Funktionsstoff kann Schweiß aufnehmen und das Futter schonen.

Was Sie dafür brauchen