Zum Inhalt springen

Ratgeber

Halbschalenhelm: erlaubt und sinnvoll?

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Der Halbschalenhelm gehört zum klassischen Bild von Chopper und Custombikes. Er ist leicht, luftig und unauffällig. Doch was schützt er tatsächlich, ist er in Deutschland erlaubt, und welche Alternativen gibt es, wenn man den offenen Stil mag? Diese Seite erklärt die Bauform, den Unterschied zum Jethelm, was die Kennzeichnung nach ECE bedeutet und worauf Sie beim Kauf achten sollten, wenn Sie einen offenen Helm suchen.

Was eine Halbschale ist

Eine Halbschale ist ein sehr offener Helm, der nur die obere Kopfhälfte bedeckt. Ohren, Schläfen und Hinterkopf liegen teilweise frei, ein Kinnschutz fehlt. Viele Modelle haben eine sehr dünne Schale und wenig Polsterung. Häufig werden sie mit einer Brille getragen, weil kein Visier vorhanden ist.

Der Jethelm ist dagegen eine offene Bauform, die den Kopf bis zu den Ohren und zum Nacken umschließt. Er hat oft ein Visier oder Druckknöpfe für einen Schirm. Jethelme werden nach ECE 22.06 als Typ J geprüft.

Die Bauformen im Vergleich

Was die Helmpflicht in Deutschland verlangt

Nach der Straßenverkehrsordnung müssen Fahrer und Mitfahrer von Motorrädern während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Was geeignet ist, definiert die StVO nicht im Detail. Ein Helm mit ECE-Genehmigung erfüllt die Anforderung eindeutig. Bei Helmen ohne Prüfung ist das nicht sicher, und im Streitfall kann das Folgen haben, etwa bei einem Bußgeld oder bei der Haftung nach einem Unfall.

Halbschalen, die als Dekoartikel oder ohne Prüfung verkauft werden, sind deshalb keine gute Wahl für den Straßenverkehr. Details zur Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz erklärt Helmpflicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Hinweis:Ein Helm ohne ECE-Prüfung kann im Straßenverkehr als nicht geeignet gelten. Achten Sie auf das Etikett am Kinnriemen. Eine Halbschale schützt große Teile von Kopf und Gesicht nicht.

So erkennen Sie einen geprüften Helm

Wie Sie das Etikett lesen, zeigt ECE-Etikett am Helm lesen. Der ECE-Etikett-Decoder entschlüsselt die Angaben für Sie.

  • Etikett am Kinnriemen mit einem E im Kreis und einer Zahl für das Prüfland
  • Genehmigungsnummer, die bei ECE 22.06 mit 06 beginnt
  • Typ J für Jethelme, P/J für Klapphelme
  • Keine Prüfung: kein Etikett, nur Hinweise wie Dekohelm oder Novelty

Die Alternative: Retro-Jethelm mit ECE

Wer den offenen, klassischen Look mag, findet viele Jethelme im Retrostil, die nach ECE 22.06 geprüft sind. Sie sehen ähnlich schlicht aus, bedecken aber Ohren und Nacken und haben eine geprüfte Schale. Viele haben Druckknöpfe für einen Schirm oder ein Bubble-Visier.

Eine Auswahl stellt Jethelme für Motorrad und Roller vor. Wer den klassischen Stil mit Kinnschutz verbinden möchte, findet Modelle in Retro-Integralhelme im klassischen Stil.

Komfort und Alltag

Halbschalen sind leicht und luftig, haben aber auch Nachteile. Ohne Visier treffen Wind, Regen, Insekten und Steinchen ungeschützt auf das Gesicht. Eine Brille ist deshalb Pflicht für den Komfort, auch wenn sie in Deutschland nicht vorgeschrieben ist. Bei höherem Tempo zerrt der Wind am Helm, und ohne Ohrenschutz wird es schnell laut.

Ein Jethelm mit Visier oder Schirm ist im Alltag deutlich angenehmer. Den Vergleich der offenen Bauformen gibt Jethelm oder Integralhelm, den Vergleich mit dem Klapphelm Klapphelm oder Jethelm.

Halbschale und Helme aus alten Zeiten

Manche Halbschalen sind historischen Helmen nachempfunden, etwa Stahlhelmen oder Helmen aus der Zeit vor modernen Normen. Als Deko oder Sammlerstück mögen sie interessant sein. Für den Straßenverkehr gelten aber dieselben Anforderungen wie für jeden anderen Helm.

Auch alte Original-Helme aus vergangenen Jahrzehnten erfüllen meist keine heutige Norm, und ihre Materialien sind gealtert. Wie lange ein Helm genutzt werden sollte, erklärt Wie lange hält ein Motorradhelm.

Worauf Sie beim Kauf eines offenen Helms achten

Auch bei einem offenen Helm ist die Passform entscheidend. Er darf sich bei geschlossenem Riemen nicht nach vorn vom Kopf rollen lassen. Wie Sie Ihre Größe bestimmen, erklärt Motorradhelm-Größe ermitteln.

  • ECE-22.06-Etikett am Kinnriemen
  • Passende Größe, fester Sitz ohne Druckstellen
  • Doppel-D- oder Ratschenverschluss, der sicher schließt
  • Visier oder Schirm für Wind- und Insektenschutz
  • Herausnehmbares, waschbares Innenfutter

Häufige Fragen

Ist eine Halbschale in Deutschland verboten? Ein ausdrückliches Verbot einer Bauform gibt es nicht. Verlangt wird ein geeigneter Schutzhelm. Ein Helm mit ECE-Kennzeichnung erfüllt das eindeutig, eine ungeprüfte Halbschale nicht sicher.

Gibt es Halbschalen mit ECE-Prüfung? Sehr offene Modelle mit Prüfung sind selten. Meist handelt es sich bei geprüften offenen Helmen um Jethelme.

Brauche ich mit Halbschale eine Brille? Gesetzlich nicht, für den Schutz vor Wind und Insekten aber dringend zu empfehlen.

Was ist in Österreich und der Schweiz? Dort verweisen die Vorschriften auf geprüfte Helme. Details erklärt der Artikel zur Helmpflicht in D-A-CH.

Was Sie dafür brauchen