Anleitung
Motorradhelm folieren, bekleben oder lackieren?
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Kurz gesagt
Einen Motorradhelm zu folieren oder zu lackieren ist technisch möglich, viele Hersteller raten aber in ihren Anleitungen davon ab, Farben, Lösemittel oder Klebstoffe auf die Schale zu bringen, weil sie bestimmte Schalenmaterialien angreifen können. Wer seinen Helm individuell gestalten will, nutzt am besten einen Fachbetrieb, der mit dem Hersteller abgestimmt arbeitet, oder wählt gleich ein Dekor ab Werk. Etikett und Prüfkennzeichnung dürfen nicht überdeckt werden.
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Ein Helm ist auch ein Stück Persönlichkeit. Viele möchten ein eigenes Design, passend zum Motorrad oder zum Verein. Die Möglichkeiten reichen von kleinen Aufklebern über Vollfolierung bis zur Airbrush-Lackierung. Dabei stellt sich die Frage, ob das dem Helm schadet und was erlaubt ist. Diese Seite zeigt die üblichen Methoden, die Hinweise der Hersteller, worauf ein Fachbetrieb achten sollte und welche Alternativen es gibt.
Was Hersteller in ihren Anleitungen schreiben
In vielen Helmanleitungen finden sich Hinweise, dass die Schale nicht mit Farben, Lösemitteln, Klebstoffen oder Aufklebern behandelt werden soll, die nicht vom Hersteller stammen. Hintergrund ist, dass manche Stoffe vor allem thermoplastische Schalen wie Polycarbonat angreifen können. Auch die Innenschale aus EPS reagiert empfindlich auf Lösemittel.
Wie streng diese Hinweise formuliert sind, unterscheidet sich je nach Hersteller und Material. Lesen Sie die Anleitung Ihres Helms. Im Zweifel fragen Sie direkt beim Hersteller nach, bevor Sie etwas verändern. Welche Schalenmaterialien es gibt, erklärt Helmschale aus Polycarbonat, Fiberglas oder Carbon.
Hinweis:Lösemittel, Verdünner und manche Sprühlacke können Schale und EPS schwächen, ohne dass man es sieht. Bringen Sie keine solchen Stoffe auf den Helm, wenn der Hersteller sie nicht freigibt.
Die Methoden im Vergleich
| Methode | Aufwand | Worauf achten |
|---|---|---|
| Kleine Aufkleber | gering | Herstellerhinweise, Etikett frei lassen |
| Vollfolierung | hoch, Fachbetrieb | Kleber, Kanten an Visier und Belüftung, Etikett |
| Lackierung oder Airbrush | hoch, Fachbetrieb | Lacksystem passend zum Schalenmaterial, keine Lösemittel am EPS |
| Dekor ab Werk | keiner | Auswahl begrenzt, aber vom Hersteller geprüft |
Was frei bleiben muss
Das Etikett sitzt meist am Kinnriemen und wird nicht überdeckt, wohl aber manchmal unbedacht entfernt. Es ist wichtig, damit der Helm als geprüft erkennbar bleibt. Wie Sie es lesen, zeigt ECE-Etikett am Helm lesen.
- Das Prüfetikett am Kinnriemen mit der ECE-Kennzeichnung
- Lüftungsöffnungen und Luftauslässe
- Visiermechanik und Dichtungen
- Kinnteil-Mechanik bei Klapphelmen
- Aufnahmen für Kommunikationssysteme
- Reflexflächen, sofern vorhanden
Folieren lassen: so läuft es meist ab
Achten Sie darauf, dass beim Zuschneiden kein Messer in die Schale schneidet. Schnitte in der Oberfläche können bei manchen Materialien Schwachstellen bilden.
- 1
Herstellerhinweise zu Folien und Klebern prüfen oder beim Hersteller nachfragen
- 2
Fachbetrieb wählen, der Erfahrung mit Helmen hat
- 3
Visier, Polster und Anbauteile vor der Arbeit abnehmen lassen
- 4
Folie mit für den Untergrund geeignetem Kleber aufbringen
- 5
Kanten an Visierausschnitt und Belüftung sauber schneiden, ohne in die Schale zu ritzen
- 6
Helm nach der Rückgabe auf Funktion von Visier und Lüftung prüfen
Lackieren und Airbrush
Eine Lackierung ist die aufwendigste Form der Gestaltung. Spezialisierte Betriebe arbeiten mit Lacksystemen, die auf das Schalenmaterial abgestimmt sind, und bauen den Helm vorher vollständig aus. Einige Hersteller arbeiten mit ausgewählten Betrieben zusammen oder bieten eigene Individualisierungsprogramme an.
Lackieren Sie einen Helm nicht selbst mit Sprühdosen aus dem Baumarkt. Treibmittel und Lösemittel können die Schale angreifen, und beim Abkleben gelangt leicht Farbe an Dichtungen und Mechanik.
Überzüge und Aufsätze
Neben Folie und Lack gibt es Überzüge aus Stoff oder Plüsch sowie Aufsätze wie Ohren oder Irokesen, die mit Saugnäpfen oder Klett befestigt werden. Sie verändern die Optik, ohne die Schale zu behandeln. Bei höherem Tempo können sie aber flattern, Geräusche verursachen und am Kopf ziehen.
Achten Sie darauf, dass Überzüge keine Lüftungen verdecken und die Sicht nicht einschränken. Ob und wie die Straßenverkehrsordnung solche Überzüge bewertet, ist nicht ausdrücklich geregelt. Entscheidend bleibt, dass der Helm ein geeigneter Schutzhelm ist, siehe Helmpflicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die einfachste Lösung: Dekor ab Werk
Viele Hersteller bieten ihre Helme in zahlreichen Dekoren und Farben an, von schlichtem Matt bis zu Replica-Designs bekannter Rennfahrer. Diese Dekore sind Teil des geprüften Helms. Wer ein bestimmtes Design sucht, findet oft ein passendes Modell, ohne den Helm nachträglich zu verändern.
Eine Auswahl an Helmen mit unterschiedlichen Dekoren finden Sie in Die besten Integralhelme und für klassische Looks in Retro-Integralhelme im klassischen Stil.
Gebrauchte Helme mit Folie oder Lack
Bei gebrauchten Helmen mit Folie oder individueller Lackierung wissen Sie nicht, welche Materialien verwendet wurden und ob die Schale darunter beschädigt ist. Eine Folie kann Kratzer, Risse oder Spuren eines Sturzes verdecken. Seien Sie bei solchen Helmen besonders vorsichtig.
Worauf Sie beim Kauf eines gebrauchten Helms grundsätzlich achten sollten, beschreibt Motorradhelm gebraucht kaufen. Wann ein Helm nach einem Sturz ersetzt werden sollte, erklärt Motorradhelm nach Sturz oder Fall.
Häufige Fragen
Verliert der Helm durch Folie seine Zulassung? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Maßgeblich sind die Hinweise des Herstellers. Halten Sie sich daran und lassen Sie das Etikett unverändert.
Sind kleine Aufkleber ein Problem? Viele Fahrer nutzen kleine Aufkleber. Prüfen Sie trotzdem die Anleitung, weil manche Hersteller auch davon abraten.
Kann ich einen Carbonhelm lackieren lassen? Fragen Sie beim Hersteller nach. Carbonschalen haben oft eine Klarlackschicht, die ein Fachbetrieb berücksichtigen muss.
Wie reinige ich einen folierten Helm? Mit Wasser und mildem Spülmittel, ohne Lösemittel. Mehr in Motorradhelm reinigen.
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