Ratgeber
Welche Motorradhelme sind die sichersten?
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Kurz gesagt
Den einen sichersten Motorradhelm gibt es nicht. Jeder neue Straßenhelm in Europa muss die Norm ECE 22.06 bestehen, die Aufprall, Rotation, Kinnriemen, Visier und Abstreifen prüft. Zusätzliche Bewertungsprogramme wie SHARP in Großbritannien vergeben Sterne für bestimmte Modelle. Mindestens so wichtig sind eine passende Größe, ein fester Sitz, ein korrekt geschlossener Verschluss und ein Helm, der nicht gestürzt oder zu alt ist.
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Wer einen Helm kauft, möchte gut geschützt sein. Doch Ranglisten mit dem angeblich sichersten Helm sind mit Vorsicht zu lesen. Diese Seite erklärt, was die gesetzliche Norm ECE 22.06 prüft, was zusätzliche Bewertungsprogramme aussagen und was nicht, welche Rolle Bauform, Passform und Zustand spielen und wie Sie die Informationen sinnvoll für Ihre Auswahl nutzen. Sie enthält keine Schutzversprechen, sondern Orientierung.
Die Basis: ECE 22.06
In der Europäischen Union und vielen weiteren Ländern werden Motorradhelme für den Straßenverkehr nach der UN-ECE-Regelung 22 genehmigt. Die aktuelle Fassung 22.06 hat die Prüfungen gegenüber 22.05 erweitert. Unter anderem werden mehr Aufprallpunkte und verschiedene Geschwindigkeiten geprüft, dazu eine Prüfung mit schrägem Aufprall, die Rotationsbelastungen berücksichtigt.
Weitere Prüfungen betreffen den Kinnriemen, das Abstreifen des Helms vom Kopf, das Visier und bei Klapphelmen das Kinnteil. Was die Norm im Detail prüft, erklärt ECE 22.06 erklärt. Am Etikett erkennen Sie die Fassung, siehe ECE-Etikett am Helm lesen.
Was Bewertungsprogramme wie SHARP aussagen
In Großbritannien bewertet das staatliche Programm SHARP Helme, die dort verkauft werden, mit einem bis fünf Sternen. Dafür werden Helme an mehreren Stellen und mit verschiedenen Geschwindigkeiten geprüft. Die Ergebnisse sind öffentlich einsehbar und für viele Modelle verfügbar, die auch in Deutschland verkauft werden.
Eine solche Bewertung ist eine zusätzliche Information. Sie bezieht sich auf das geprüfte Modell und ersetzt nicht die Anprobe. Ein Helm mit vielen Sternen, der Ihnen nicht passt, schützt nicht besser als ein gut sitzender Helm mit weniger Sternen. Viele neuere Modelle sind zudem noch nicht bewertet.
Bauform und Schutzbereich
Wer großen Wert auf Kinnschutz legt, wählt eine geschlossene Bauform. Die Unterschiede erklärt Motorradhelm-Arten.
| Bauform | Kinn und Gesicht | Hinweis |
|---|---|---|
| Integralhelm | geschützt | durchgehende Schale |
| Klapphelm geschlossen | geschützt | Kinnteil muss eingerastet sein |
| Klapphelm offen (P/J) | nicht geschützt | nur mit Kennzeichnung P/J zulässig |
| Jethelm | nicht geschützt | Visier ist kein Aufprallschutz |
| Adventure- und Crosshelm | geschützt | langes Kinnteil |
Passform: oft unterschätzt
Ein Helm kann nur wirken, wenn er bei einem Sturz auf dem Kopf bleibt und richtig sitzt. Ein zu großer Helm kann verrutschen oder sich vom Kopf lösen. Ein zu enger Helm wird oft nicht korrekt geschlossen, weil er drückt. Deshalb ist die richtige Größe ein zentraler Teil der Sicherheit.
Messen Sie Ihren Kopfumfang, probieren Sie mehrere Modelle und prüfen Sie den Sitz mit geschlossenem Kinnriemen. Hilfe geben Motorradhelm-Größe ermitteln, Motorradhelm zu groß und Kopfform und Helm.
Zustand und Alter
Hinweise geben Motorradhelm nach Sturz oder Fall, Wie lange hält ein Motorradhelm und Motorradhelm gebraucht kaufen.
- Helm nach einem Sturz oder Fall auf harten Boden ersetzen oder prüfen lassen
- Herstellerempfehlungen zur Nutzungsdauer beachten
- Keine Lösemittel, Farben oder Kleber auf der Schale
- Gebrauchte Helme nur mit bekannter Vorgeschichte
- Kinnriemen und Verschluss regelmäßig prüfen
Hinweis:Kein Helm verhindert Verletzungen sicher. Ein geprüfter, passender und intakter Helm, der bei jeder Fahrt richtig geschlossen wird, ist die Grundlage. Dazu gehört passende Schutzkleidung.
Preis, Material und Schutz
Ein teurer Helm aus Carbon ist nicht automatisch sicherer als ein Helm aus Thermoplast. Alle Helme mit ECE 22.06 haben dieselbe Prüfung bestanden. Teurere Modelle bieten oft geringeres Gewicht, mehr Schalengrößen, bessere Belüftung und hochwertigere Ausstattung. Das kann den Komfort verbessern, ist aber kein Schutzversprechen.
Mehrere Schalengrößen sorgen dafür, dass die Schale zur Kopfgröße passt. Warum das sinnvoll ist, erklärt Schalengrößen beim Motorradhelm. Zum Material lohnt Helmschale aus Polycarbonat, Fiberglas oder Carbon.
Sicherheitsrelevante Ausstattung
Einige Ausstattungsmerkmale können in Notfällen helfen. Dazu gehören Wangenpolster, die sich von Rettern über Laschen herausziehen lassen, wie sie zum Beispiel bei AGV und HJC in Listings genannt werden, oder das Schuberth Rescue System beim S3. Reflektierende Elemente verbessern die Sichtbarkeit im Dunkeln, siehe Reflektoren und LED-Licht am Motorradhelm.
Eine Auswahl an Helmen mit ECE 22.06 finden Sie in Die besten Integralhelme und Die besten Klapphelme.
Sichtbarkeit und Farbe
Neben dem Schutz beim Aufprall spielt auch das Gesehenwerden eine Rolle. Helle Farben und Neonfarben fallen im Straßenverkehr bei Tag stärker auf als ein matt schwarzer Helm. In der Dunkelheit helfen reflektierende Elemente am Helm, an der Jacke und am Motorrad.
Das ist kein Ersatz für defensives Fahren, aber eine einfache Ergänzung. Viele Hersteller bieten ihre Modelle in auffälligen Farben an. Beim Zubehör sollten Sie darauf achten, nur Reflexaufkleber zu verwenden, die der Helmhersteller freigibt, siehe Motorradhelm folieren, bekleben oder lackieren.
Häufige Fragen
Ist ein Helm mit ECE 22.06 sicherer als einer mit 22.05? Die neue Fassung prüft umfangreicher. Ein intakter Helm nach 22.05 darf weiter getragen werden.
Gibt es einen klaren Sieger bei der Sicherheit? Bewertungen unterscheiden sich je nach Programm und Prüfverfahren. Nutzen Sie sie als Zusatzinformation, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.
Sind Helme aus dem Discounter unsicher? Wenn sie nach ECE 22.06 geprüft sind, haben sie die Norm bestanden. Prüfen Sie Passform und Ausstattung genauso sorgfältig.
Sind Klapphelme weniger sicher? Auch Klapphelme werden nach ECE 22.06 geprüft, inklusive Kinnteil. Wichtig ist, dass das Kinnteil beim Fahren eingerastet ist.
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